Drei Dinge, die ich als Mutter
nie wieder denken werde
Und die unbequeme Wahrheit darüber.
DASS JEMAND ANDERES VORBEIKOMMT UND MIR DIE ERLAUBNIS GIBT, LOSZULASSEN.

DASS ES IRGENDJEMANDEM ETWAS BRINGT, DASS ICH MICH AUFOPFERE.
Dein Nervensystem kann es nicht halten, wenn du dich ausruhst, obwohl doch immer so viel zu tun ist. Innerlich machst du dir Vorwürfe, dass du eine Pause möchtest, aber sie nicht genießen kannst. Weil die Stimmen in deinem Kopf dir erzählen, dass du nur eine gute Mutter bist, wenn du deine Kinder an erste Stelle stellst. Wenn alle anderen vor dir kommen. Wenn deine Bedürfnisse erst zählen, wenn du die aller anderen erfüllt hast. Du bist nichts wert, solange du nichts geleistet hast.
Deswegen ist die Ruhe dein Feind. Deswegen ist Genuss dir fremd. Deswegen wartest du darauf, dass jemand anderes dich von dieser Verantwortung freispricht.
Du hältst an alten Gewohnheiten und Routinen fest, weil dir das Sicherheit gibt. Weil es bequem ist. Wahrscheinlich auch, weil du gar nicht weißt, wie du es anders machen solltest. Aber vor allem, weil du gar nicht weißt, womit du anfangen sollst. Dein Leben fühlt sich zäh und frustrierend an. Aber du weißt nicht, welchen Hebel du umlegen darfst, damit es wieder leicht wird. Damit du wieder Freude hast. Deswegen hoffst du darauf, dass jemand kommt und es dir zeigt. Dir noch einen kleinen Schubser in die richtige Richtung gibt und dir eine gute Reise auf deinem neuen Weg wünscht.
Früher warst du mal aktiv. Aber das Früher ist schon lange her. Aus der Zeitrechnung vor den Kindern. Die eine oder andere Idee schlummert in deinem Hinterkopf, was du mal gerne ausprobieren würdest – wenn die Kinder dich nicht mehr so sehr brauchen. Wenn du mal nicht mehr müde bist.
Aber wenn du ehrlich bist, weißt du jetzt schon nichts mehr mit dir anzufangen, wenn du mal „Zeit für dich hast“. Beim Shopping kommst du mit neuen Klamotten für die übervollen Kleiderschränke der Kids nach Hause. Und wieder nichts für dich gekauft. Zum Geburtstag wünschst du dir einen Gutschein oder etwas Praktisches, weil du gar nicht weißt, was dir wirklich eine Freude bereiten würde. Genuss kannst du schwer zulassen. Wozu auch, wenn du nur noch funktionierst.
Am schlimmsten ist es, wenn es ruhig wird. Wenn nichts los ist und du entspannen könntest. Dann kriecht das Unwohlsein deinen Rücken hinauf. Das Gedankenkarussell startet: To-Do-Liste, Pläne, Ängste und Sorgen. Alles, was im Alltag keinen Platz findet, was du erfolgreich zur Seite schiebst, kommt jetzt hervor. Belagert deinen Kopf und fühlt sich schwer an in der Brust. Du hast verlernt zu ruhen. Tagträumen nachzuhängen. Die Seele baumeln zu lassen.
DASS ES ANDERS WIRD, WENN DIE KINDER GRÖSSER SIND.
UND HIER KOMMT DIE UNBEQUEME WAHRHEIT DAZU:
Du zuckst mit den Schultern, wenn dich jemand nach deinen Hobbies fragt. Wäsche zusammenlegen zählt wohl nicht. Manchmal gehst du zum Sport. Wenn die Kraft abends noch reicht und kein Kind krank ist oder am nächsten Tag eine Klausur ansteht.
Diese Erlaubnis wird nicht kommen. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht.
Du bist diejenige, die den ersten Schritt geht. Nicht, weil du noch mehr leisten sollst. Sondern weil du aufhören darfst, dich selbst zu vergessen. Weil dein Leben nicht später beginnt. Weil deine Kinder keine Mutter brauchen, die sich aufopfert – sondern eine, die sich selbst spürt.
Loslassen heißt nicht, weniger Mutter zu sein.
Es heißt, wieder Frau zu werden.
Und genau hier beginnt der Weg zurück zu dir.
